Was beschlossen wurde
Am 22. Juli 2026 nahm das US-Repräsentantenhaus einen Gesetzeszusatz von Repräsentant Eric Burlison (R-Mo.) zum Verteidigungshaushalt für das Haushaltsjahr 2027 (NDAA FY2027) an. Der Zusatz trägt den Namen "Unidentified Anomalous Phenomena Disclosure Act" und ist bislang nur ein Teil des Repräsentantenhaus-Entwurfs - er muss noch den Senat passieren, bevor er Gesetz werden kann.
Was der Entwurf vorsieht
Zwei Kernelemente stechen heraus:
Erstens eine permanente UAP Records Collection im Nationalarchiv - also ein dauerhaftes, strukturiertes Archiv für UAP-bezogene Regierungsunterlagen, anstelle der bisherigen Praxis einzelner, zeitlich befristeter Freigabe-Chargen wie bei PURSUE.
Zweitens ein unabhängiges, neunköpfiges UAP Records Review Board. Die Mitglieder würden vom Präsidenten ernannt und vom Senat bestätigt. Das Gremium erhielte laut Entwurf Vorladungsrecht (Subpoena-Macht) - also die Fähigkeit, Dokumente und Zeugenaussagen von Behörden einzufordern, nicht nur zu bitten.
Ein drittes zentrales Element: Unterlagen, die älter als 25 Jahre sind, würden automatisch der Deklassifizierung unterliegen - es sei denn, der Präsident bestätigt explizit ein fortbestehendes nationales Sicherheitsrisiko. Die Offenlegungspflicht würde zudem ausdrücklich auf private Auftragnehmer (Contractors) ausgeweitet, die im Auftrag der Regierung an UAP-bezogenen Programmen gearbeitet haben.
Warum das relevant ist
Frühere Anläufe zu ähnlichen Gesetzen - etwa der UAP Disclosure Act aus dem Jahr 2023 - wurden im Gesetzgebungsprozess deutlich abgeschwächt, bevor sie verabschiedet wurden. Kritiker bemängelten damals unter anderem, dass zentrale Vorladungsrechte gestrichen wurden. Der Burlison-Zusatz wäre, sollte er in dieser Form den Senat passieren, in zwei Punkten stärker als sein Vorgänger: durch die explizite Subpoena-Macht des Review Board und durch die automatische 25-Jahre-Regel, die eine Deklassifizierung nicht mehr vom guten Willen einzelner Behörden abhängig macht.
Burlison selbst begründete den Vorstoß mit dem Prinzip, dass Regierungsunterlagen letztlich dem amerikanischen Volk gehören.
Was noch offen ist
Der Entwurf ist Teil eines größeren NDAA-Pakets und muss im Senat verhandelt werden - dort können Formulierungen noch erheblich verändert oder ganz gestrichen werden. Ob das neunköpfige Board tatsächlich in dieser Form Bestand hat, ob die 25-Jahre-Automatik erhalten bleibt und wie die nationale Sicherheitsausnahme in der Praxis gehandhabt würde, ist derzeit offen.
Einordnung
Der Zusatz ist ein dokumentierter Gesetzgebungsschritt - ein Vorschlag, der eine Kammer des Kongresses passiert hat, aber noch kein geltendes Recht. True Skies wird den weiteren Verlauf im Senat verfolgen und berichten, sobald es dort eine Abstimmung oder wesentliche Änderungen gibt. Bis dahin gilt: Ein angenommener Zusatz im Repräsentantenhaus ist ein politisches Signal, keine Garantie für ein neues Gesetz.
